Die meisten Textilbestellungen, die schiefgehen, scheitern nicht am Druck: sie scheitern davor, beim Briefing. Ein zu kleines Logo, aus dem Kopf geschätzte Größen, ein zu spät genannter Veranstaltungstermin. Das sind die zehn Fehler, die uns in der Werkstatt am häufigsten begegnen — jeweils mit dem einfachen Reflex, der sie verhindert.
1. Ein JPG-Logo in niedriger Auflösung schicken
Mit Abstand der häufigste Grund für Rückfragen. Ein von einer Website geladenes Logo ist oft 300 px breit: auf 25 cm Brustbreite gedruckt wird es unscharf und pixelig. Das Druckformat rettet eine zu kleine Datei nie.
Der Reflex: liefern Sie eine Vektordatei (SVG, AI, EPS, Vektor-PDF) oder ersatzweise ein PNG mit transparentem Hintergrund von mindestens 2000 px Breite. Unser Leitfaden zu Dateiformaten zeigt, was funktioniert, und der Leitfaden Logo vorbereiten erklärt, wie Sie es vorher aufräumen.
2. Die Technik wählen, bevor der Einsatz feststeht
„Wir wollen Stickerei“ ist eine Vorliebe, kein Lastenheft. Die richtige Technik ergibt sich aus drei Dingen: dem Textil, der Anzahl Farben im Motiv und dem Leben, das das Kleidungsstück führen wird (Büro, Baustelle, Spielfeld, Industriewäsche).
Der Reflex: beschreiben Sie den tatsächlichen Einsatz und lassen Sie die Werkstatt vorschlagen. Wollen Sie selbst abwägen, ordnet unser Vergleich welche Technik wählen die Kriterien.
3. Größen „über den Daumen“ erfassen
Die Größen eines Teams aus dem Gedächtnis zu schätzen ergibt immer dasselbe Ergebnis: zu viele M, zu wenige XL und zwei Personen, die ihren Pulli nie tragen. Dazu kommen die Schnitte, die je nach Marke variieren — ein L von Stanley/Stella ist kein L von B&C.
Der Reflex: lassen Sie eine namentliche Liste umlaufen (eine Zeile pro Person, Größe nach der Maßtabelle des gewählten Modells) und halten Sie ein Anprobemuster bereit, wenn das Team vor Ort ist. Siehe den Größenleitfaden.
4. Exakt die Personenzahl bestellen
25 Trikots für 25 Spieler zu bestellen heißt, beim ersten Riss oder Neuzugang nachbestellen zu müssen. Und eine Nachbestellung von 2 Stück kostet anteilig deutlich mehr als 2 zusätzliche Stück in der ursprünglichen Serie.
Der Reflex: planen Sie 5 bis 10 % Reserve ein (mindestens ein Stück je gängiger Größe). Die vollständigen Staffeln stehen auf unserer Seite Preise nach Menge, die Organisation einer Textil-Nachbestellung auf der eigenen Seite.
5. Produktionszeit mit Liefertermin verwechseln
Eine in Werktagen genannte Produktionszeit enthält weder die Freigabe des Andrucks (die von Ihnen abhängt) noch den Transport noch die Wochenenden. Zwischen Ihrem „Ja“ und dem geöffneten Paket liegt in der Praxis oft das Doppelte.
| Schritt | Realistische Dauer | Wer ist am Zug |
|---|---|---|
| Angebot und Textilwahl | 1 bis 3 Tage | Sie + die Werkstatt |
| Motiv aufbereiten und Andruck | 1 bis 2 Tage | Die Werkstatt |
| Freigabe des Andrucks | 0 bis 5 Tage | Sie |
| Produktion | 5 bis 15 Werktage | Die Werkstatt |
| Transport | 1 bis 3 Werktage | Der Versanddienst |
Der Reflex: vom Veranstaltungstermin rückwärts planen, mit einer Woche Puffer. Unser Leitfaden zu Lieferzeiten liefert die Rückwärtsplanung je Saison.
6. Vergessen, dass die Textilfarbe das Motiv verändert
Ein für weißen Hintergrund gestaltetes Logo verliert auf einem bordeauxroten oder marineblauen Hoodie seine Lesbarkeit. Helle Grautöne verschwinden, Verläufe laufen zu, und ein Logo ohne weiße Kontur verschmilzt mit dem Stoff.
Der Reflex: fordern Sie von Anfang an eine einfarbige Variante Ihres Logos an (komplett weiß, komplett schwarz). Der Farbleitfaden erklärt die Umrechnung RGB → Druck und die zu erwartenden Abweichungen.
7. Die Platzierung „wie auf dem Foto“ wählen
Ein zu hoch platziertes Brustlogo landet auf dem Schlüsselbein; ein zu großer Rückendruck wird bei kleinen Größen von der Schulternaht angeschnitten. Die Platzierung gehört in Zentimetern ab Halsnaht bestimmt, nicht nach Augenmaß.
Der Reflex: geben Sie eine bezifferte Platzierung frei (Motivbreite + Abstand ab Halsausschnitt) auf dem Andruck. Siehe den Leitfaden zu Platzierungen.
8. Den Andruck nur überfliegen
Der Andruck ist der letzte Moment, in dem eine Korrektur kostenlos ist. Läuft die Serie erst, lässt sich ein falsch geschriebener Name oder eine fehlende Claim-Zeile nur noch durch Neuanfertigung beheben — auf Ihre Kosten.
Der Reflex: zu zweit gegenlesen und Punkt für Punkt Eigennamen, Jahreszahlen (Abschlussjahrgang, Sportsaison), Sponsorenlogos und die Größenverteilung prüfen. Der Bestellablauf beschreibt genau, was der Andruck abdeckt.
9. Sehr unterschiedliche Textilien in einer Serie mischen
Drei Marken, zwei Grammaturen und ein technisches Polyester in derselben Bestellung: die Farben fallen nicht identisch aus, die Schnitte passen nicht zueinander, und manche Materialien brauchen andere Presseinstellungen. Auf dem Teamfoto wirkt das uneinheitlich.
Der Reflex: bleiben Sie bei einer Referenz je Kleidungstyp und öffnen Sie eine zweite nur für den Damenschnitt oder eine Kindergröße desselben Modells.
10. Die Pflegehinweise vernachlässigen
Ein sauber aufgebrachter DTF-Druck oder Flock hält Dutzende Wäschen — vorausgesetzt, es wird auf links bei 30 °C gewaschen, ohne Trockner und ohne Weichspüler. Fast alle beschädigten Drucke, die zu uns zurückkommen, waren in der ersten Woche im Trockner.
Der Reflex: geben Sie die Hinweise mit der Kleidung weiter (eine Nachricht in der Gruppe genügt). Alle Details stehen in unserem Pflegeleitfaden.
Die Checkliste vor der Freigabe Ihrer Bestellung
- Vektorlogo oder PNG ≥ 2000 px, dazu eine einfarbige Variante.
- Der tatsächliche Einsatz des Kleidungsstücks der Werkstatt beschrieben (nicht nur die Wunschtechnik).
- Größen namentlich nach der Maßtabelle des gewählten Modells erfasst.
- 5 bis 10 % Reservestücke über die Personenzahl hinaus.
- Rückwärtsplanung ab dem Veranstaltungstermin, mit einer Woche Puffer.
- Platzierung und Breite des Drucks beziffert auf dem Andruck.
- Andruck zu zweit gelesen, inklusive Eigennamen und Jahreszahlen.
- Eine Textilreferenz je Kleidungstyp.
- Pflegehinweise bei der Lieferung weitergegeben.
Häufig gestellte Fragen
Ich habe mein Logo nur als JPG — ist das ein Hindernis?
Nicht zwingend. Ist das JPG groß genug und das Logo einfach (zwei oder drei Vollfarben), zeichnen wir es sauber nach. Schicken Sie es uns: wir sagen Ihnen, ob es so verwendbar ist oder nachgezeichnet werden muss.
Kann ich ein einzelnes Muster vor der Serie bestellen?
Ja, auf Anfrage, um eine Größe oder ein Farbergebnis vor Produktionsstart zu prüfen. Rechnen Sie mit dem Stückpreis ohne Mengenrabatt und einigen zusätzlichen Tagen: meist günstiger, als eine ganze Serie neu zu machen.
Wie viele Reservestücke sollte ich wirklich einplanen?
5 bis 10 % der Personenzahl, mindestens ein Stück in jeder gängigen Größe. Für einen Verein oder Jahrgang, der unterjährig neue Mitglieder aufnimmt, sind 15 % sinnvoll.
Was passiert, wenn ich nach der Freigabe einen Fehler entdecke?
Melden Sie sich sofort: solange die Produktion nicht gestartet ist, bleibt die Korrektur kostenlos. Sind die Teile bereits bedruckt, können nur die betroffenen Stücke neu gefertigt werden, und diese werden berechnet.